Neue Erklärtafel am Sinti-Mahnmal „Altwarmbüchener Moor” enthüllt
Zehn Jahre nach dem Antrag stehe die Tafel nun an ihrem Platz.
Lahe (PM). Am Sinti-Mahnmal im Altwarmbüchener Moor ist im Juni eine neue Erklärtafel enthüllt worden.

An einem auf den ersten Blick unscheinbaren Ort an der Kirchhorster Straße erinnert sie an das Schicksal der aus Hannover deportierten Sinti.
Bezirksbürgermeister Dr. Wjahat Waraich würdigte den Gedenkort als einen Platz, der nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern schmerzt.
Seit 1938 wies die Stadt Hannover Sinti-Familien zwangsweise in ein kommunales Sammellager im Altwarmbüchener Moor ein.
In der Nacht zum 1. März 1943 trieb die Gestapo etwa 80 Menschen auf Lastwagen und brachte sie zum Bahnhof Fischerhof, von wo sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.
Insgesamt wurden zwischen März 1943 und Februar 1944 mindestens 113 Sinti aus Hannover deportiert. Viele kehrten nicht zurück. Das vom Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti aufgestellte Holztor, eingeweiht am 3. März 1997, steht symbolisch für das Eingangstor nach Auschwitz und trägt die Inschrift „Das Tor von Auschwitz war der Eingang zur Hölle”.
Dr. Waraich erinnerte daran, dass der Gedenkort nur drei Monate nach seiner Einweihung von Rechtsradikalen teilweise zerstört wurde und am 19. September 1998 erneut eingeweiht werden musste.
Für die Überlebenden und Nachkommen sei dies eine erneute Entwürdigung gewesen, eine Wiederholung historischer Gewalt mit dem Ziel, Spuren auszulöschen und das Erinnern zu zerstören.
Die neue Erklärtafel geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide aus dem Dezember 2015 zurück, den der Bezirksrat einstimmig beschloss. Ziel war es, den Gedenkort inhaltlich und gestalterisch aufzuwerten und die Geschichte des Lagers besser zu dokumentieren.
Dr. Waraich betonte, dass das Gedenken keiner Parteipolitik bedürfe, sondern eine gemeinsame menschliche Verpflichtung sei. Zehn Jahre nach dem Antrag stehe die Tafel nun an ihrem Platz.
